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Menschen von oben

Glossar: Europass von A-Z

Die wichtigsten Fachbegriffe und Abkürzungen rund um das Thema Europäische Mobilität:

Antragsteller/in = die Person, die einen Antrag auf Ausstellung des Europass Mobilität einreicht. Dabei gilt: Der Europass Mobilität kann nicht von Einzelpersonen, also den Begünstigten selbst, beantragt werden. Der Antrag auf Ausstellung kann nur von Einrichtungen (juristischen Personen) in Deutschland gestellt werden, also in der Regel von der entsendenden Organisation selbst oder einer anderen im Mobilitätsprojekt involvierten Einrichtung.

Bilateral = zweiseitig; bilaterale Programme sind hier definierte nationale, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Programme zwischen jeweils zwei Staaten: Deutschland und die Niederlande (BAND), Deutschland und Großbritannien (Training Bridge), Deutschland und Norwegen (Gjørdet), Deutschland und Frankreich, organisiert über das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) und das Deutsch-Französische Sekretariat (DFS) für den Austausch mit Frankreich in der beruflichen Bildung. 

 

DQR = Deutscher Qualifikationsrahmen – Jeder Mitgliedstaat soll sein nationales Qualifikationssystem an den Europäischen Qualifikationsrahmen (siehe EQR) koppeln und im Einklang mit der nationalen Gesetzgebung und Praxis gegebenenfalls einen nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) erarbeiten, der in jedem Staat das entsprechende Länderkürzel tragen kann. Der DQR, der eine hierarchische, kompetenzorientierte Abbildung und Klassifizierung von Lernergebnissen (Qualifikationen und Abschlüssen) ermöglicht, soll die Spezifika des deutschen Bildungssystems abbilden und so eine Struktur von Referenzniveaus darstellen, die zum EQR kompatibel sind. Ziel ist, dass sowohl national als auch international erworbene Lernergebnisse miteinander vergleichbar und somit anrechenbar werden.

 

ECTS = European Credit Transfer System – Leistungspunktesystem zur Anrechnung von Studienleistungen im Hochschulbereich

 

ECVET = European Credit Transfer System for Vocational Education and Training – Leistungspunktesystem zur Übertragung, Akkumulierung und Anerkennung von Lernleistungen im Bereich der Berufsbildung

 

Entsendeorganisation (entsendende Einrichtung) = diejenige Organisation, die einen Empfänger bzw. eine Empfängerin des Europass ins Ausland schickt, beispielsweise eine Berufsschule oder ein Unternehmen; vereinbart gemeinsam mit der Gastorganisation die Inhalte des Auslandsaufenthaltes.

 

EQF/EQR = European Qualifications Framework/Europäischer Qualifikationsrahmen – ist ein bildungsbereichsübergreifendes Bezugssystem; beschreibt Niveaudimensionen mittels Kenntnissen, Fertigkeiten und Kompetenzen orientiert an Lernergebnissen; wird so zum Übersetzungssystem zwischen den nationalen Bildungssystemen der Mitgliedstaaten. Diese sind aufgefordert, Maßnahmen zu erlassen, damit bis 2012 alle neuen Qualifikationsbescheinigungen, Diplome und Europass-Dokumente einen klaren Verweis auf das zutreffende Niveau des Europäischen Qualifikationsrahmens enthalten.

 

ESCO = European Skills, Competencies and Occupations taxonomy – soll helfen, die europäische Arbeitsmarktnachfrage und Arbeitsangebote zusammenzubringen und abzugleichen und zwar über alle Niveaus und alle Sektoren, ob auf lokaler, nationaler oder europäischer Ebene. Die wichtigsten Fertigkeiten und Kompetenzen verschiedener Berufe werden in einer Datenbank aufgelistet und ständig aktualisiert, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Entwicklungen des Arbeitsmarktes.

  

Gastorganisation (aufnehmende Einrichtung) = diejenige Organisation, in der der Empfänger bzw. die Empfängerin des Europass Mobilität im Ausland arbeitet/lernt; vereinbart gemeinsam mit der Entsendeorganisation die Inhalte des Auslandsaufenthaltes.

 

ISCED = International Standard Classification of Education – ein internationaler Standard zur Klassifizierung von Schultypen und -systemen bzw. Bildungsgängen. Dabei werden verschiedene Level – von der Vorschule über die Primarstufe bis zur Tertiärstufe – unterschieden.

 

ISCO = International Standard for Classification of Occupations – internationaler Standard zur Klassifizierung aller Tätigkeiten/Berufe in einer klar definierten Gruppierung, je nach Aufgaben und Pflichten, die mit dem Arbeitsplatz verbunden sind; bildet ein Wörterbuch der Berufe.

 

Kompetenz = nach Bernien (1997) die Summe der Wissensbestände eines Individuums wie auch die Anwendungsfähigkeit des Wissens. Kompetenz besteht aus aktiven und ruhenden Wissensbeständen, aus sichtbaren und verborgenen, somit aus beschreibbaren und nicht beschreibbaren Fähigkeiten und Fertigkeiten. Im Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) wird Kompetenz im Sinne der Übernahme von Verantwortung und Selbstständigkeit beschrieben.

 

Lernen: Bei den verschiedenen Formen des Lernens wird unterschieden zwischen formalem, non-formalem und informellem Lernen (Definition nach BMBF 2002).


Lernen, formal
= im Allgemeinen das planmäßig organisierte, gesellschaftlich anerkannte Lernen im Rahmen eines von der übrigen Umwelt abgegrenzten öffentlichen Bildungssystems, zum Beispiel Lernen in Schule und Betrieb mit IHK-Abschluss.

Lernen, non-formal = Sammelbezeichnung für alle Formen des Lernens, die in der gesamten Umwelt außerhalb des formalisierten Bildungswesens stattfinden, zum Beispiel Weiterbildungskurse an der Volkshochschule ohne anerkannten Abschluss.

Lernen, informell = „Informelles Lernen“ nach Jens Bjørnåvold (CEDEFOP) – hebt auf drei Kriterien ab:

1. Informelles Lernen ist ein Lernen in der Umwelt außerhalb der formalen Bildungseinrichtungen.

2. Es wird vom öffentlichen Bildungssystem nicht zureichend anerkannt (keine Zertifizierung).

3. Es entwickelt sich in der Regel im Zusammenhang mit anderen Tätigkeiten.

 

Lernergebnisse = definieren sich durch Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen. Sie sind zentral im EQR (Europäischer Qualifikationsrahmen) und in ECVET (Kreditpunktesystem in der Beruflichen Bildung) erfasst. Lernergebnisse leisten eine Aussage darüber, was ein Lernender weiß, versteht und in der Lage ist zu tun, nachdem er einen Lernprozess abgeschlossen hat.

 

NQR = Nationaler Qualifikationsrahmen – siehe DQR (Deutscher Qualifikationsrahmen); ein Instrument zur Klassifizierung von Qualifikationen anhand eines Bündels von Kriterien zur Bestimmung des jeweils erreichten Lernniveaus; Ziel ist die Integration und Koordination nationaler Qualifikationsteilsysteme und die Verbesserung der Transparenz, des Zugangs, des fortschreitenden Aufbaus und der Qualität von Qualifikationen im Hinblick auf den Arbeitsmarkt und die Zivilgesellschaft.

 

PLL = Programm Lebenslanges Lernen - EU-Bildungsprogramm, das den europäischen Austausch von Lernenden und Lehrenden aller Altersstufen sowie die europäische Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen fördert; unterstützt die bildungspolitische Zusammenarbeit in Europa und führt die früheren Programme COMENIUS, ERASMUS, LEONARDO DA VINCI und SOKRATES unter einem gemeinsamen Dach zusammen.

 

Qualifikation = das formale Ergebnis eines Beurteilungs- und Validierungsprozesses, bei dem eine dafür zuständige Institution festgestellt hat, dass die individuellen Lernergebnisse einer Person vorgegebenen Standards entsprechen.

 

Softskills = im Gegensatz zu den Hard Skills (fachliche Kompetenzen) vorwiegend soziale Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen, die für das Ausüben eines Berufes und den Umgang mit Menschen wichtig sind.

 

Sozialpartner = die Verhandlungspartner bei Tarifverträgen. Das können sowohl Arbeitgeber/innen als auch Arbeitnehmer/innen und deren Verbände sein.

 

Träger = im Zusammenhang mit dem Europass und dem Programm für lebenslanges Lernen (PLL) diejenige Einrichtung, die einen Auslandsaufenthalt durchführt und die Europässe für die daran Teilnehmenden beantragt und ausstellt.

 

Verfahren Typ A, B, C = Verfahrenstypen für die Beantragung des EuropassMobilität in der deutschen Datenbank: Typ A – im Rahmen eines geförderten Programms, z.B. LEONARDO DA VINCI Mobilität; Typ B – freie Maßnahme, ohne Förderprogramm; Typ C – Einzelförderung über ein Programm.