Von Berlin in die Welt: Berliner Auszubildende erhalten Europass Mobilität für Auslandspraktika

Gruppenfoto der Auszubildenden mit dem Regierenden Bürgermeister
Gruppenbild der Auszubildenden mit dem Regierenden Bürgermeister © Anika Schulte-Bunert, Ariadne Koschel

24.03.2026

Zahlreiche Auszubildende aus Berlin konnten 2025 wieder mit einer Förderung durch EU-Bildungsprogramm Erasmus+ wertvolle Lern- und Arbeitserfahrungen im Ausland sammeln. Für ihre erfolgreich absolvierten Auslandspraktika erhielten sie in zwei feierlichen Veranstaltungen den Europass Mobilität: Am 18. Februar verlieh der Regierende Bürgermeister Kai Wegner im Berliner Roten Rathaus das anerkannte EU-Zertifikat an mehr als 300 Auszubildende, am 16.03.2026 überreichte Mirko Salchow, Leiter der Abteilung schulische und berufliche Bildung der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie den Europass Mobilität im Kanzleramt an 32 Auszubildende der Bundesbehörden.
Die Auslandsaufenthalte wurden über das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ finanziert und vom Arbeitsbereich „GoEurope“ der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie organisiert. Die Veranstaltungen standen unter dem Motto „Städtepartnerschaften bewegen Berlin“. 

Rotes Rathaus als Bühne für Auslandserfahrung

Wir brauchen in der Welt mehr Begegnung und mehr Miteinander“, so der Regierende Bürgermeister Kai Wegner in seiner Begrüßung im Rahmen der Europass-Verleihung. „Wenn Freundschaften entstanden sind, ist dies das beste Mittel gegen Kriege und Spaltung. Ich halte es für wichtig, dass noch mehr jungen Menschen diesen Weg gehen. Bitte sprechen Sie darüber!“, appellierte er in seiner Begrüßungsrede an die Auszubildenden. Und er betonte: „Der Senat wird alles tun um GoEurope weiter zu unterstützen.“

Als Botschafter/-innen Berlins absolvierten die Auszubildenden Praktika in über 60 Städten in 29 Ländern, darunter in zahlreichen Partnerstädten Berlins in Europa und weltweit. Durch ihre Auslandspraktika konnten sie ihre sowohl ihre fachlichen als auch ihre persönlichen und interkulturellen Fähigkeiten erweitern. Zielorte waren z.B. Amsterdam, Brüssel, Dublin, Istanbul, London, Madrid, Malta, Oslo, Paris, Riga, Stockholm, Venedig, Warschau und Wien. Zu den außereuropäischen Zielen zählten u.a. Buenos-Aires, Jakarta, Mexiko-Stadt, Tokio und Windhuk.

Unter den mit dem Europass Mobilität ausgezeichneten jungen Menschen waren angehende Artistinnen und Artisten, Fremdsprachenkorrespondentinnen und -korrespondenten, Erzieher/-innen, Friseurinnen und Friseure, Gärtner/-innen, Industriekaufleute, Kaufleute für Groß- und Außenhandel, Mechatroniker/-innen, Modedesigner/-innen sowie Mediengestalter/-innen. 

Der Regierende Bürgermeister lobte die Auszubildenden für ihren mutigen Schritt ins Ausland:

Sie können stolz sein: Sie haben mehr geleistet, als im Lehrplan steht und Sie haben Mut bewiesen! Wer mit diesem Mut ins Berufsleben einsteigt, wird seinen Weg gehen.“

Er würdigte GoEurope als wichtigen Teil der Berliner Berufsbildung: „GoEurope ist ein wichtiger Baustein für die attraktive und qualitätsvolle Ausbildung.“ Daher, so Wegner, investiere Berlin weiter in GoEurope.
 

Einblicke in die Arbeitswelt rund um den Globus

In spannenden Beiträgen teilten die Auszubildenden ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Zu Beginn der Veranstaltung präsentierten angehende Mediengestalter einen Film über ihre Zeit bei einem Start-up-Hub in Jakarta. Dort arbeiteten sie gemeinsam mit 10 Studierenden der Polimedia Universität Jakarta für Habibie Innovation Incubator, eine Institution, die Start-ups in Indonesien unterstützt. Als deutsch-indonesisches Team arbeiteten sie hier an realen Projekten und entwickelten Kommunikationsmaßnahmen für indonesische Start-ups. Zum Zeitpunkt der Europass-Verleihung waren die Studierenden aus Jakarta zum Gegenbesuch in Berlin beim Axel Springer Verlag.

Mit dem Beitrag „Work experience aus dem Reich der Mitte“ vermittelten Auszubildende, wie sie ihre Zeit im Auslandspraktikum in Peking erlebt hatten und welche Eindrücke aus dem chinesischen Arbeitsleben sie mitgenommen haben. „Wie Brüssel debattiert“ war ein weiterer Beitrag von Schüler/-innen; dieser bot den Teilnehmenden Einblicke in das politische Leben der EU-Hauptstadt Brüssel. 
 

Berliner Unternehmen stellen sich vor

In einer Podiumsrunde stellten sich Topmanager/-innen von Berliner Unternehmen und Behörden vor und boten den Auszubildenden im Anschluss Gelegenheit, bei einem Speed-Dating Kontakte zu knüpfen für ihren Jobeinstieg. Mit dabei waren Uta Bendixen, Head of Entry Programs, Axel Springer SE, Gerrit Buchhorn, Hauptgeschäftsführer, DEHOGA Berlin, Marcel Hansen, Head of Apprenticeship, Training and Qualification, Siemens Energy, Werk Berlin, Tennessee Herchenbach, Leiter Geschäftseinheit Recruiting und Training, Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Lothar Sattler, Abteilungsleiter Bundes- und Europaangelegenheiten, Medienpolitik, Senatskanzlei Berlin und Katrin Weidhas, stellvertretende Abteilungsleiterin Personal, Deutsche Rentenversicherung Bund.

 

Ehrung der Möglichmacher

An der Europass-Verleihung nahmen auch zahlreiche Vertreter/-innen von Ausbildungsbetrieben und Schulen teil, die im Rahmen der Zeremonie ebenfalls geehrt wurden. Als Anerkennung erhielten Vertreter/-innen der Ausbildungsbetriebe und Schulen eine Urkunde, die das Engagement im Bereich der Internationalisierung der Ausbildung sichtbar macht. „Wir brauchen engagierte Vertreter/-innen von Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen, die Auslandspraktika ermöglichen“, so Klaus Naumann, Ko-Leiter von GoEurope.

Wir freuen uns, dass wir ein starkes Netzwerk für Berufsbildung aufbauen konnten und sind dankbar, dass wir mit so vielen Unternehmen und Institutionen an einem Strang ziehen und uns gemeinsam für die Internationalisierung der Berufsbildung engagieren“ , zieht Klaus Naumann Bilanz.

Teamwork für eine feierliche Veranstaltung

Viele helfende Hände unterstützten die Veranstaltung im Roten Rathaus und machten sie zu einem Event der Berliner Berufsbildung: Der Lette-Verein stellte Foto- und Videografen, die Eindrücke der Veranstaltung einfingen. Außerdem beteiligt waren Schüler/-innen der Friedrich-List-Schule, die sich um den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung kümmerten, sowie Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrum Gastgewerbe, die mit der Schülerfirma Sneck das Catering übernahmen und für den kulinarischen Rahmen der Europass-Verleihung sorgten.

 

Europass-Übergabe im Kanzleramt

Für Auszubildende der Bundesbehörden fand am 16.03.2026 eine Europass-Verleihung im Kanzleramt statt. Staatssekretär Semmler begrüßte die 32 jungen Menschen, die hier den  Europass Mobilitätsnachweis erhielten. Mirko Salchow, Abteilungsleiter berufliche und schulische Bildung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, lobte ihren Mut, sich auf eine fremde Sprache und eine fremde Kultur einzulassen. Der von GoEurope organisierte Lernaufenthalt beinhaltete entweder ein Praktikum inklusive vorgeschaltetem Sprachkurs oder einen Fachsprachkurs mit beruflichen Exkursionen. In der kurzweiligen Veranstaltung berichteten die Auszubildenden lebhaft von ihren Erfahrungen in London und Madrid, die sowohl ihren fachlichen als auch ihren persönlichen Horizont erweitert haben. 

 

Mit Europass Lernen und Arbeiten in Europa

Europass ist ein kostenloser Service der EU für Bewerbung, Jobsuche und die Dokumentation von Kompetenzen. Er bietet Tools für Bildung, Job und Mobilität, darunter den Europass Mobilität, der Lernergebnisse von Auslandsaufenthalten dokumentiert und das Programm Erasmus+ sichtbar macht. Über den Mobilitätsnachweis hinaus bietet Europass weitere Dokumente: die Europass Zeugniserläuterungen und das Europass Diploma Supplement, die als Qualifikationsnachweise berufliche Abschlüsse und Hochschulabschlüsse erläutern. Seit Juli 2020 unterstützt das Europass-Portal als kostenlose Plattform bei Jobsuche, Bewerbung und Karriereplanung mit Tools wie dem Profil oder dem Lebenslauf- und dem Anschreiben-Editor. 

 

Text: Isabel Götte