Die Zeit ist wie im Flug vergangen - Juni 2019

Airbus ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Luft- und Raumfahrt sowie Marktführer bei Tank-, Kampf-, Transport- und Missionsflugzeugen in Europa. Wer hier eine Ausbildung absolviert, hat seit 2007 die Möglichkeit, über das interne Programm M4AA («Mobility for Airbus Apprentices») für sechs bis zwölf Wochen im Ausland zu arbeiten. So auch in Hamburg, am mit rund 13.000 Mitarbeitern größten deutschen Airbus-Standort und Sitz der Airbus Operations GmbH. Die angehenden Fluggeräteelektroniker Kristina Krohn, Marcel Stoldt und Caspar Holitzner (alle im dritten Ausbildungsjahr) haben die Chance genutzt und sind nach Frankreich und England gegangen. Beworben haben sie sich mit dem Europass Lebenslauf, die Ergebnisse der Praktika wurden im Europass Mobilität dokumentiert.

„Als global agierendes Unternehmen ist es für uns wichtig, das Thema Internationalität bereits in der Ausbildung mit Leben zu füllen», betont Marion Gretenkord, Koordinatorin für das M4AA-Programm bei Airbus in Hamburg. «Dazu schicken wir die jungen Leute an einen unserer Standorte in Frankreich, England und Spanien sowie in außereuropäischen Ländern. Dort können sie ihrem jeweiligen Berufsbild entsprechend in den Betrieben mitarbeiten und interkulturelle Erfahrungen sammeln. Die Ergebnisse der Aufenthalte werden im Sinne der Nachhaltigkeit dokumentiert und evaluiert. Dabei werden Wissen und Erfahrungen ,von Azubis für Azubis’ aufbereitet und weitergegeben», so Gretenkord.

© Caspar Holitzner

Jedes Jahr gehen am Standort Hamburg rund 40 Auszubildende über Erasmus+ ins europäische Ausland. Kristina Krohn, Marcel Stoldt und Caspar Holitzner haben die Chance im Jahr 2018 genutzt. Während Krohn und Stoldt im französischen St. Nazaire waren, hospitierte Holitzner im Airbus-Werk Filton, einem Vorort von Bristol. Er erinnert sich: «Ich hatte von Anfang an Interesse, während der Ausbildung ins Ausland zu gehen. Das war einer der Gründe, mich bei Airbus zu bewerben», unterstreicht der 23-Jährige, der sich gezielt für Großbritannien entschied, um Land und Leute besser kennenzulernen. Die sechs Wochen dort seien «wie im Fluge» vergangen, zumal Holitzner rasch in die Abläufe des Betriebs eingebunden war und eigene Aufgaben übernahm. Das habe anfängliche Unsicherheiten schnell vergessen lassen. Sowohl fachlich als auch persönlich habe ihm die Zeit in England sehr viel gebracht.

Auch Kristina Krohn und Marcel Stoldt hatten bereits im Bewerbungsgespräch die Möglichkeit des Auslandsaufenthaltes im Blick. 2018 gingen beide für acht Wochen in die Hafenstadt St. Nazaire an der Loiremündung, um in der nach Toulouse zweitgrößten französischen Produktionsstätte mitzuarbeiten. Während die 25-jährige Kristina Krohn vor allem die Offenheit der Franzosen hervorhebt, hatte Marcel Stoldt zum Zeitpunkt des Praktikums gerade einmal seinen 18ten Geburtstag gefeiert. Für ihn waren die Wochen in Frankreich eine große Herausforderung, deren erfolgreiche Bewältigung sein Selbstvertrauen enorm gestärkt hat. Auch fachlich konnten beide in Frankreich Einblicke in für sie völlig neue Bereiche des Unternehmens gewinnen.

Bei Airbus werden gleich zwei Europass-Dokumente genutzt

Bei ihrer Bewerbung für den Auslandsaufenthalt nutzten die Airbus-Azubis den Europass Lebenslauf, denn dieser ist verpflichtender Bestandteil des Verfahrens. «Wir haben dies eingeführt, weil wir glauben, dass der Europass Lebenslauf eine gute Hilfestellung für unsere Bewerberinnen und Bewerber leistet», unterstreicht Marion Gretenkord. «Er gibt vor, wie ein Lebenslauf aussehen sollte und liefert europaweit vergleichbare Angaben». Im Anschluss an ihren Auslandsaufenthalt erhalten alle Auszubildenden zudem den Europass Mobilität, der die Kompetenzen dokumentiert, die sie während der Zeit erworben haben. Gretenkord sieht dies als eine Art «Türöffner für den weiteren Werdegang», schließlich genieße der Europass in Personalerkreisen inzwischen einen recht hohen Bekanntheitsgrad.

 

Das sehen die drei Auszubildenden ähnlich. Kristina Krohn nennt gleich eine Reihe von positiven Eindrücken aus ihrer Arbeit mit dem Europass Lebenslauf: «Das Dokument ist so strukturiert, dass es für mich einfach auszufüllen war. Der Aufbau ist übersichtlich und klar, wobei man am Ende auch noch individuelle Besonderheiten hinzufügen kann. Das hat mir sehr gut gefallen». Die Kombination aus Standardisierung und persönlicher Note haben auch die beiden anderen Azubis als Vorteil empfunden, insbesondere was die Selbsteinschätzung der Sprachkenntnisse nach unterschiedlichen Kategorien betrifft.  

Der Europass Mobilität könnte ihnen in Zukunft als Dokument zur Bewerbung – gerade im internationalen Kontext – hilfreich sein. Dazu Marcel Stoldt:  «Ich glaube, dass der Europass Mobilität etwas anderes ist als ein Zeugnis, denn er beschreibt ja die Kompetenzen, die ich während der Zeit in Frankreich erworben habe. Dabei sagt er nicht nur, was gut war und was schlecht. Er vermittelt vielmehr ein schlüssiges Bild meiner Fähigkeiten und Fertigkeiten». Wie die beiden anderen Azubis ist er froh, bei Airbus nach der Ausbildung eine Übernahmegarantie zu haben. Situationen, in denen der Europass Mobilität eingesetzt werde, könne es dennoch immer wieder geben. Aktuell hat sich Caspar Holitzner intern für ein Studium beworben, das er parallel zur Arbeit bei Airbus absolvieren möchte. Ein Auslandssemester kann er sich dabei sehr gut vorstellen. Darauf bewerben würde er sich dann natürlich mit dem Europass.

 

Manfred Kasper