Kompetenzen verbinden - Horizonte erweitern - August 2015

Der Europass dokumentiert Lern- und Arbeitserfahrungen in der Ausbildung – zum Beispiel bei der Deutschen Telekom 

Als global agierendes Unternehmen legt die Deutsche Telekom großen Wert darauf, dass ihre Auszubildenden frühzeitig Erfahrungen in anderen Ländern sammeln können. Seit 2004 werden im Rahmen des Auslandsprogramms der Telekom Ausbildung sowohl Mobilitätsmaßnahmen für Azubis als auch für dual Studierende realisiert. Jahr für Jahr nutzen rund 140 junge Leute diese Chance. Seit 2006 erhalten alle anschließend den Europass Mobilität, der die Lernergebnisse und die erworbenen Kompetenzen dokumentiert. 

Was einst mit 60 Auszubildenden startete, liest sich heute wie eine Erfolgsgeschichte, konnte die Zahl derjenigen, die während der Lehrzeit ins europäische, aber auch außereuropäische Ausland gehen, doch mehr als verdoppelt werden. Für Marie-Christine Novaro, die für die Koordination der Auslandseinsätze verantwortlich ist, ein deutliches Indiz dafür, dass der Ansatz allen Beteiligten nutzt. Während die Teilnehmenden in der Regel mit einem gesteigerten Selbstbewusstsein, neuen Fachkenntnissen und erweiterten Horizonten zurückkehren, profitieren das Unternehmen und die Partner im Ausland vor allem vom Gedanken- und Ideenaustausch auf internationaler Ebene, der dem Konzernziel der „Global Collaboration“ entspricht.

Dabei werden die dualen Studentinnen und Studenten in der Regel bei Telekom-Töchtern untergebracht, bei den Auszubildenden sind es auch schon einmal externe Partnerunternehmen, zum Beispiel Softwarefirmen oder Sprachschulen. „Um die internationale Handlungskompetenz zu fördern, gibt es im Prinzip nichts Besseres als eine Zeit im Ausland“, unterstreicht Novaro und betont in diesem Kontext, dass dies keineswegs nur fachliche Aspekte umfasse. Auch soziale und interkulturelle Kompetenzen würden immer wichtiger. Die Zeit im Ausland vermittle den jungen Leuten wichtige Einblicke und Erkenntnisse, die im Europass entsprechend dokumentiert werden.

Michelle-Laura Brandes kann dies nur bestätigen. Die damals 21-Jährige hat 2013 als duale Studentin drei Monate lang im Portfoliomanagement bei T-Systems Ltd. in London gearbeitet. Heute ist sie bei T-Systems in Mülheim an der Ruhr als Junior Project Manager beschäftigt. „Fragen der unterschiedlichen Arbeitsmentalität, der Verhandlungsführung und der interkulturellen Kommunikation spielten damals eine wichtige Rolle“, unterstreicht sie und betont, dass sie an den Aufgaben der Londoner Zeit sehr gewachsen sei. „Für mich waren die Monate dort wie ein Geschenk“, so Brandes, die auch den Europass Mobilität zu schätzen weiß: „Er ist wie ein Leitfaden, der alles widerspiegelt, was ich im Ausland gelernt und gesehen habe. Dabei zeigt er, welche Kompetenzen ich dort erworben habe. Daher habe ich das Dokument auch für sämtliche Bewerbungen genutzt.“

Auch Magdalena Müller war während ihres dualen Studiums für drei Monate in Großbritannien. Die heute 24-Jährige arbeitete 2012 bei T-Systems UK und in der Abteilung International Carrier Sales and Solutions in London. Noch heute profitiert sie von den Erfahrungen jener Zeit. Sie bekräftigt: „Das internationale Denken spielt in einem Unternehmen wie der Telekom eine wichtige Rolle. Insofern bin ich sehr froh, dass ich bereits im jungen Alter ins Ausland gehen konnte. Das steigert auch die Attraktivität der Ausbildung. Für mich war es eine prägende Zeit, die sicher dazu beigetragen hat, dass ich in diesem Jahr noch einmal ins Ausland gehe“. Seit Ende April ist Müller als Produktmanagerin für Samsung drei Monate lang in der griechischen Hauptstadt Athen, um die dortigen Märkte kennenzulernen.

Doch zurück zum Europass Mobilität. Marie-Christine Novaro rät jungen Leuten, das Dokument in jedem Falle zu nutzen, weil es mehr als ein Zeugnis und eine Beschreibung von Fakten sei. Gerade im internationalen Kontext schaffe es Transparenz und ermögliche eine Vergleichbarkeit der Kenntnisse und Kompetenzen. Ergänzend legt sie ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch gerne den Europass Lebenslauf ans Herz. Aufgrund seiner klaren Strukturierung sei dieser sehr übersichtlich und für die Personalentscheider im Unternehmen leicht zu erfassen – ein oftmals entscheidender Faktor bei Bewerbungen im In- und Ausland.