Gruppenfoto auf der Freitreppe im Berliner Rathaus © GoEurope

300 Berliner Auszubildende mit dem Europass Mobilität ausgezeichnet

"Städtepartnerschaften bereiten den Weg nach Europa“ – unter diesem Motto fand am 15. Mai eine Festveranstaltung im Berliner Rathaus statt, bei der 300 Auszubildende den Europass Mobilität für ihre erfolgreichen Auslandspraktika erhielten. Die aus Mitteln des EU-Bildungsprogramms Erasmus+ finanzierten Auslandsaufenthalte wurden von GoEurope, der EU-Agentur für berufliche Bildung in Berlin, konzipiert und organisiert.
Nach einer Begrüßungsrede durch die Staatssekretärin für Bildung in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin, Beate Stoffers, und einer Podiumsdiskussion zu Europäisierung der Beruflichen Bildung mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft gehörte die Bühne den Auszubildenden, die von ihren Lernerfahrungen und Eindrücken berichteten, selbst produzierte Filme über ihre Auslandspraktika zeigten und die Europässe Mobilität entgegennahmen.

 

Lernort Europa

Im Ausland lernen und arbeiten – das konnten 300 angehende Fachkräfte in verschiedenen europäischen Städten und in Partnerstädten Berlins wie London, Madrid, Warschau, Prag und Istanbul. Unter den Auszubildenden waren Kaufleute verschiedener Fachrichtungen, darunter Büromanager/-innen, Sport- und Fitnesskaufleute, Fremdsprachenkorrespondenten, Mediengestalter/-innen, Erzieher/-innen, Tischler/-innen und Bühnenbildner/-innen. Sie alle konnten durch ihre Auslandspraktika nicht nur fachliche, sondern vor allem auch persönliche Kompetenzen vertiefen. Was sie während des Auslandsaufenthaltes gelernt haben, dokumentiert der Europass Mobilität, der - so die Staatssekretärin in ihrer Begrüßungsrede - ein Meilenstein sei, zu dem sie den Auszubildenden gratuliere. Sie hob den Mut der Auszubildenden hervor, den Schritt ins Ungewisse zu wagen, um in Europa lernen zu können und betonte, dass dies eine Haltung sei, die Europa brauche.

Berufsbildung braucht Europa

Die Staatssekretärin bekräftigte in ihrer Rede, dass das Land Berlin mit europäischer Förderung bis 2021 rund 10% der Berliner Auszubildenden eine Auslandserfahrung ermöglichen wolle und seit 2016 eine entsprechende Internationalisierungsstrategie – die Charta - habe. Denn, so Stoffers: „Arbeitgeber brauchen Beschäftigte mit Europakompetenzen.“ Aus diesem Grund habe die Senatsverwaltung 2005 GoEurope geschaffen, um den Bedarf der Auszubildenden, der Berufsschulen und der Betriebe nach Lernaufenthalten im Ausland zu entsprechen.
Wie wichtig die Europäisierung für die Berufsbildung ist, erörterten die Staatssekretärin, DEHOGA-Präsident Christian Andresen, der Geschäftsführer der Handwerkskammer Berlin Ulrich Wiegand sowie Jürgen Zierke, Geschäftsführer BASF Europe GmbH, in einer Podiumsdiskussion. Deutlich wurde, dass Wirtschaft und Handwerk von Auslandserfahrungen der Arbeitnehmer/-innen profitieren und dass es zukünftig ein demokratisches Forum für die Internationalisierung der beruflichen Bildung geben müsse, um das ehrgeizige 10%-Ziel zu erreichen.

Neue Horizonte entdecken

Jenni Vorwerk und Leon Obergassel, angehende Sport- und Fitnesskaufleute, stellten auf der Bühne die Ergebnisse ihres Auslandspraktikums vor. Sie verbrachten zwei Wochen in London und machten eine Erfahrung, die ihr Leben veränderte. Während der Zeit in der britischen Hauptstadt entwickelten sie das Konzept für eine Personal-Trainer-Finden-App, die Fitnesstrainer und Trainingsbegeisterte zusammenbringt und präsentierten sie in einem Sales-Pitch, bei dem sie zeigten, wie sie das Konzept einem potentiellen Investor präsentieren würden. Dabei gewannen sie nicht nur einen Preis, sondern eine neue Perspektive für ihre berufliche Zukunft. Die beiden Auszubildenden entschieden sich, ihr Konzept zu realisieren; Leon Obergassel bestätigte: „Wir werden die Firma jetzt gründen und suchen Risikokapital.“ Kletke Möckelmann, Schulleiterin der Elinor-Ostrom-Schule Berlin, dazu: „Das ist für uns der Beweis, dass unsere Auslandsprojekte Schülerinnen und Schüler dazu ermächtigen, sich selbst erfolgreicher in die Arbeitswelt einzubringen! Sie kommen selbstbewusster und mit mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurück."
Moderiert wurde die Veranstaltung von Gundula Haber, angehender Europakorrespondentin und Schülerin der Friedrich-List-Schule Berlin, die im vergangenen Jahr auch mit einem Europass Mobilität für ihr Auslandspraktikum ausgezeichnet wurde.

GoEurope: Starkes Netzwerk für Europa

Das Netzwerk GoEurope ist die bundesweit die größte Durchführungsstelle für Auslandspraktika im Rahmen der Ausbildung: 40 Hostorganisationen mit 25.000 Praktikumsbetrieben in 15 Ländern umfasst das Netzwerk, das jährlich rund 750 Auszubildenden, Berufsschülerinnen und -schülern sowie Studienreferendaren und Lehrkräften einen Auslandsaufenthalt im europäischen Ausland ermöglicht. Die Auslandsaufenthalte werden aus Mitteln des europäischen Bildungsprogramms Erasmus+ finanziert. Klaus Naumann, Ko-Leiter GoEurope, ist überzeugt, dass die Zeichen bei der beruflichen Bildung auf Europa stehen: „Das europäische Parlament und die Kommission haben ab 2021 eine Verdoppelung des Budgets von Erasmus+ vorgeschlagen; zukünftig ist Erasmus+ ein Flagschiffprogramm der EU und ein Motor für die europäische Einigung.“
GoEurope ist in der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie angesiedelt.


Weitere Informationen zu GoEurope: http://www.senbjf-goeurope.de/